Nueva Evaluation

NUEVA Evaluation

eines Teilbereichs der Lebensgemeinschaft Höhenberg

 

Ziel des Projekts war eine Methode kennen zu lernen bei der die NutzerInnen der Lebensgemeinschaft Höhenberg die Qualität des Wohnangebotes der Lebensgemeinschaft Höhenberg aus ihrer Sicht beschreiben können. Besonders interessant ist die Tatsache, dass die Evaluatoren selbst einen Assistenzbedarf haben und z.B. auch schon in Wohnheimen gelebt haben. Des Weiteren sind die Fragen und Themenbereiche der Evaluation ebenfalls von Menschen mit Assistenzbedarf erstellt worden.

Die Nutzerinnen sind natürlich die Bewohner, viele davon sind gut in der Lage sich selbst mitzuteilen, es gibt aber auch Bewohner, die sich nur schwer bzw. in vertrauter Umgebung und gegenüber vertrauten Personen mitteilen können/ wollen.

Die Bewohner, die in der Lage sind verbal zu kommunizieren konnten an einer Befragung teilnehmen, 16 dieser Interviews fanden statt. Das Hauptaugenmerk wollten wir beim Projekt jedoch auf die Bewohner richten, die sich nicht äußern können.

 

So kamen wir am 13.05.2016 in der Lebensgemeinschaft zum Qualitätszirkel zusammen. Teilnehmer waren neben den Mitarbeitern von NUEVA 3 Bewohner und 3 Mitarbeiter der Lebensgemeinschaft Höhenberg. Dabei wurde erklärt, dass die Evaluatoren am Alltag im Haus teilnehmen und anhand eines Fragekatalogs Beobachtungen anstellen. Aufgabe war es nun den Fragenkatalog an die Gegebenheiten der Lebensgemeinschaft anzupassen und bei jeder Frage festzulegen, wo unser Mindeststandard ist bzw. wo wir in Zukunft gerne hinwollen. Beispiele für Fragen sind: "Wird im Raum etwas verändert, wenn es mir nicht passt" oder "Kann ich mein Zimmer absperren". Nach Auswertung der Beobachtungen konnte dann dementsprechend festgestellt werden, ob wir uns im Spektrum zwischen Mindeststandard und Zukunftsziel befinden oder nicht. Größte Herausforderung beim Qualitätszirkel sich in die Bewohner hineinzuversetzen, die eben nicht in der Lage sind sich zu äußern.

 

Im Zeitraum von 8. - 15 Juli waren dann die Evaluatoren am Werk. Sie waren entweder zu den Beobachtungen in verschiedenen Häusern zu Gast oder führten im Großen Saal verbale Befragungen durch.

Erkennbar wurde, dass die Befragungen unter den Bewohnern auf großen Anklang stießen. Waren ursprünglich bloß Befragungen bei den drei Teilnehmern des Qualitätszirkels und eines Hauses geplant, wurden doch noch einige mehr Bewohner befragt, nachdem sie deutlich Interesse bekundet hatten. Glücklicherweise hatten die Evaluatoren noch Zeitkapazitäten. Die Zusammenarbeit von den Evaluatoren wurde von den Bewohnern sehr positiv bewertet.

 

Am 13. September wurden dann die Ergebnisse präsentiert. Am Vormittag einem Teil der Mitarbeiter und am Nachmittag den Bewohnern, die an der Befragung teilgenommen haben. Hier wurde von den Mitarbeitern von NUEVA ganz deutlich darauf verwiesen, dass hier keine Beurteilung der Einrichtung oder der Mitarbeiter stattgefunden hat sondern lediglich eine Bestandsaufnahme der Beschaffenheit des Wohnangebotes aus Sicht der Bewohner.

Dass man sich als Mitarbeiter aber auch manchmal selber bewertet vorkommt, war eines der Übfelder an dem gesamten Projekt. Das war auch bei der Ergebnispräsentation spürbar. Wenn sich der Blick auf eine Skala richtet, ist man nun einmal verleitet als erstes herauszufinden, ob man gut oder schlecht abgeschnitten hat.

Es konnten aber durchaus auch interessante Erkenntnisse gewonnen werden, inwiefern die eigene Wahrnehmung der Lebensgemeinschaft auch den Wahrnehmungen der Bewohnern entspricht.

 

 

Als wichtigste Erkenntnis kann man jedoch sagen, dass es den Bewohnern, die an der verbalen Befragung teilgenommen haben sehr gut gefallen hat, ihre eigene Situation mit jemandem auf Augenhöhe zu betrachten. Sehr von Vorteil ist dabei sicherlich, dass die Evaluatoren neutral und sachlich vorgehen und keine persönlichen Beziehungen zu den Befragten bestehen. Diese Ausgangssituation haben Angehörige und Mitarbeiter nicht.

Letztendlich sind wir gespannt, ob in Bayern die methodische Herangehensweise von NUEVA auf Anklang stößt und irgendwann eine flächendeckende Möglichkeit besteht, dass sich Bewohner einer Einrichtung gegenüber neutralen auf Augenhöhe befindenden Personen äußern können.

Wir hoffen, dass wir einen Beitrag dafür leisten konnten und bedanken uns beim Paritätischen für die Unterstützung und Initiierung des Projekts, sowie bei der Glücksspirale zur Bereitstellung von finanziellen Mitteln.